Literatur in Schulen

Beispielhafte Projekte

Best Practice - Tipps zur kreativen Leseförderung

Viele Hamburger Schulen engagieren sich originell und wirkungsvoll im Kampf gegen die Lesemüdigkeit. Die besten Praxisbeispiele kreativer Lese- und Schreibförderung an Hamburger Schulen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Im Oktober 2010 wurden im Rahmen des Lesefestes Seiteneinsteiger bereits zum fünften Mal Hamburgs Literaturschulen gesucht. Der Wettbewerb richtete sich an alle Schulen, die sich auf besonders kreative und nachhaltige Weise in den Bereichen Literaturvermittlung und Lese- und Schreibförderung verdient machen. In den vergangenen Jahren erhielten wir zahlreiche Zuschriften von aktiven Hamburger Schulen, deren kreative Ideen wir gern zur Nachahmung empfehlen möchten. Über weitere Anregungen und Ergänzungen freuen wir uns!

Im Folgenden stellen wir einige Ideen vor, die oft ohne größere finanzielle Mittel durchgeführt werden können. Wir freuen uns jeder Zeit auf neue Ideen und Anregungen!

  • Antolin-Leseratte und Bücherwurm des Jahres:
    Viele Schulen nutzen bereits das Leseförderungsprogramm "Antolin". Dort können Schüler ihre (auch private) Lektüre eintragen, sowohl in der Schule als auch - wenn ein Internetzugang vorhanden ist - von zuhause aus. Das Lesen erhält so einen besonderen Stellenwert auch über die Schule hinaus. Und die fleißigsten Leser werden am Ende des Schuljahres mit einem Preis belohnt, zum Beispiel dem Preis für den Bücherwurm des Jahres!
  • Autorenlesungen an der Schule:
    Autoren und Illustratoren sind oft die besten Geschichtenerzähler und die Kinder freuen sich, einmal einen echten Schriftsteller kennenzulernen! In Hamburg gibt es nicht nur zum Lesefest Seiteneinsteiger die Möglichkeit, Künstler an die Schule einzuladen. Über das Literaturzentrum am Schwanenwik (www.lit-hamburg.de) oder auch über den Friedrich-Bödecker-Kreis (www.boedecker-kreis.de/lv-hamb.html) in Hamburg gibt es die Möglichkeit, sich beraten zu lassen und Autoren zu buchen. Auf der Seiteneinsteiger-Website gibt es zudem bei vielen Künstlern die Möglichkeit, sie direkt zu kontaktieren und einzuladen. Dabei besteht neben Klassenlesungen oftmals die Möglichkeit, auch Stufenlesungen oder sogar Lesungen für die ganze Schule zu veranstalten.
  • Besuch von Lesungen in der Stadt:
    Immer wieder finden in Hamburg einzelne Lesungen für Kinder und Jugendliche oder ganze Lesefeste wie die Hamburger Märchentage, das Lesefest in Wilhelmsburg oder das Seiteneinsteiger-Lesefest statt. Die Termine finden Sie auf unserer Website www.seiteneinsteiger-hamburg.de unter "Veranstaltungen".
  • Besuch der Bibliothek im Stadtteil:
    Eine noch größere Auswahl an Büchern bietet natürlich der Besuch der Bücherhalle im eigenen Stadtteil. Dort wird den Kindern auch das System der Bücherhallen erklärt. In Hamburg gibt es sogar zwei eigens auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Bücherhallen: Die Kinderbibliothek Hühnerposten direkt neben der Zentralbibliothek sowie die hoeb4u (Jugendbibliothek) in den Zeisehallen (Altona).
  • Book Buddies:
    Am Gymnasium Billstedt gibt es eine ganz besondere Leseaktion: In Zusammenarbeit mit der Bücherhalle Billstedt werden sogenannte "Book Buddies" ausgebildet. SchülerInnen aus der 5. und 6. Klasse gehen dabei in Kindergärten oder erste Klassen und lesen dort vor oder arbeiten mit Bilderbüchern. Ähnliches gibt es auch an der Integrativen Grundschule Hinsbleek, an der einige Schüler der 3. und 4. Klasse mittlerweile selbst zu Vorlesern geworden sind und in vielen Pausen jüngere oder "leseschwächere" Mitschüler um sich scharren, um ihnen vorzulesen. Die Schule an der Seebek hat sogar ganze Klassenpatenschaften ins Leben gerufen, im Rahmen derer Schüler der 4. Klasse ihren Patenschülern der 1. Klasse erfolgreich vorlesen.
  • Bücherausleihe auch für Eltern:
    Das "Leseparadies", wie die Schule an der Seebek stolz ihre Bibliothek getauft hat, versteht sich auch als "Freizeitbücherei" in einem Gebiet am Rande sozialer Brennpunkte. Um nicht nur den Schülern, sondern auch deren Eltern den Zugang zu Büchern zu erleichtern, soll es hier in Zukunft auch für die Eltern der Schüler die Möglichkeit geben, Bücher auszuleihen. Und wer weiß, vielleicht lesen und diskutieren Mutter und Tochter schon bald den gleichen Lesestoff.
  • Bücherclub:
    Die Schüler der 4. Jahrgangsstufe der Schule an der Seebek haben ihren eigenen freiwilligen Buchclub gegründet, in dem sie sich zusammen immer wieder neuen Lesestoff aussuchen und anschließend die gelesenen Bücher besprechen. Der schulinterne Buchclub der Schule Bahrenfelder Straße hat sogar einen eigenen Slogan: "Sei ein Fuchs - lies Dich schlau!"
  • Bücherflohmarkt:
    Neue Bücher kosten Geld, alte Bücher verstauben in den Regalen und nehmen Platz für Neues weg. Die Adolph-Diesterweg-Grundschule veranstaltet einmal jährlich einen Lesetag mit einem von der Schule selbst organisierten Bücherflohmarkt, aus dessen Erlös Neuanschaffungen für die Schülerbücherei finanziert werden.
  • Bücher- und Vorleseeltern:
    In einigen Schulen kümmern sich Mütter nicht nur um die Milchausgabe in der Pause, sondern helfen auch in der Schülerbücherei mit. Bei der neuen Aktion "Wir lesen euch vor" an der Schule Bei der Katharinenkirche lesen Kollegen und Eltern den Kindern morgens jeweils eine halbe Stunde vor. Auch in der Grundschule Hinsbleek sind regelmäßig Lesemütter im Einsatz, die gerade in der dunklen Jahreszeit interessierten Schülern in einem separaten Raum vorlesen und mit ihnen lesen üben. Dabei können sich die Kinder im Vorfeld auch Themen wünschen.
  • Bücherkisten für die 1. + 2. Klasse:
    Über die Bücherhallen Hamburg besteht die Möglichkeit, Bücher über einen jährlichen Leasingvertrag zu leihen. Diese Bücher werden zweimal im Jahr ausgetauscht. Das Lesekistenprojekt "Bücher sind toll" für die 1. und 2. Grundschulklassen ist ein Kooperationsprojekt der schulbibliothekarischen Arbeitsstelle der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen und der Behörde für Bildung und Sport, Hamburg. Alle 1. und 2. Klassen der staatlichen Hamburger Grundschulen können teilnehmen! Die Schulleitung erhält rechtzeitig ein Anmeldeformular von der Bildungsbehörde.
    In der Lesekiste sind 40 Bücher für Leseanfänger: Bilderbücher, Erzählungen, Sachbücher, Sachbilderbücher und ein Vorlesebuch. Sie enthalten einfache kurze Texte in großer Schrift, viele Illustrationen und oft auch Spielelemente. Die Servicegebühr von 25 € pro Schuljahr wird von der Bildungsbehörde als Vorabzug vom Schuletat einbehalten.
    In vielen Schulen helfen engagierte Eltern und Ehrenamtliche zudem bei der Aufsicht und Ausleihe der Bücher.
  • Büchertauschbörse:
    Wer gern liest, benötigt viel Nachschub - und immer wieder neuen Platz im Regal. Die Schule Bei der Katharinenkirche hat deshalb in diesem Sommer zum ersten Mal eine schuleigene Büchertauschbörse organisiert. Jedes Kind darf z.B. bis zu 5 Bücher mitbringen und bekommt für jedes mitgebrachte Buch einen Gutschein. Dieser kann sogleich wieder gegen neues Lesefutter eingelöst werden!
  • Bücherwürmer:
    Im 1. Schuljahr stellt jedes Kind seinen Mitschülern ein gelesenes Buch vor. Kinder wissen schließlich selbst am besten, welche Bücher ihnen am meisten Spaß bereiten!
  • Culture Club:
    Im alltäglichen Unterricht entstehen viele lesenswerte Texte, die der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden sollten. An der Gesamtschule Am Heidberg finden zweimal im Jahr "Culture Club"-Abende, an denen diese Schülertexte einem großen Publikum in der Aula vorgestellt werden.
  • Druckerei:
    Die Schule Winterhuder Weg hat einen eigenen, von Eltern gestalteten Kellerraum, der eine Druckerei beherbergt. Die Arbeit mit einer Druckerei soll vor allem den Schriftspracherwerb bei Kindern mit Schwierigkeiten nachhaltig unterstützen. Wer keine eigene Druckerei hat, kann natürlich immer auf einfache Druckverfahren wie den Kartoffeldruck zurückgreifen!
  • Elternarbeit:
    Lehrer stehen oft vor dem Problem, dass ihre Schüler zuhause nicht (genug) gefördert werden, wenn es um das Lesen geht. Vielleicht gibt es jedoch Eltern, die gern helfen würden, aber nicht genau wissen, wie. Die Gesamtschule Am Heidberg bietet darum immer wieder Informationselternabende zum Thema Medienkonsum und Leseförderung an. Außerdem erhalten die Eltern Lektürelisten mit Buchtipps.
  • Feste Büchereistunde:
    An vielen Schulen ist eine Büchereistunde fest im Stundenplan verankert. Jede Klasse nutzt dadurch die Bücherei regelmäßig für (Vor-)lese- und Ausleihzeiten. Die Erfahrungen zeigen, dass seither deutlich mehr Bücher ausgeliehen werden!
  • Frühstücksvorlesen:
    An der Grundschule Hoheluft wird täglich in allen Klassen während der Frühstückspausen von der Lehrkraft vorgelesen. Daraus entstehen oft wunderbare Schreib- und Gesprächsanlässe.
  • Fünf Ferien – fünf Sachbücher!
    Für interessierte Schüler und Schülerinnen gibt es am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium das Projekt "Fünf Ferien - fünf Sachbücher". Über die Herbst-, Weihnachts-, Oster-, Mai- und Sommerferien wird je ein Sachbuch gelesen, das danach unter Leitung eines fachkundigen Moderators besprochen wird. Anlass für das Projekt sind Fragen, denen man täglich begegnet, deren Beantwortung im Unterricht aber oft zu kurz kommt: Wie funktioniert der Aktienmarkt? Wie glaubwürdig sind Statistiken, und wie "funktioniert" die Seele des Menschen?
  • Große Kerle lesen kleinen Kerlen vor:
    Die Integrative Grundschule Hinsbleek führt neben Autorenlesungen auch besondere Aktionen durch, die unter einem bestimmten Motto stehen und die Familien der Kinder einbeziehen. So gab es den Aktionstag "Große Kerle lesen kleinen Kerlen vor", bei dem Väter und Großväter den Jungen an der Schule vorlasen - eigene Lieblingsbücher, aber auch neue "Jungenliteratur". Groß und klein waren begeistert, und die Aktion soll regelmäßig wiederholt werden! Nach dem Erfolg der "Männerlesung" fand ein Vorlesetag von Müttern und Großmüttern statt, diesmal unter dem Motto "Feen- und Hexengeschichten für Mädchen". Die Themen können natürlich immer wieder variiert werden!
  • Hörclub:
    Aus der Vielzahl von Tonträgern für Kinder hat die Stiftung Zuhören in Zusammenarbeit mit Pädagogen 40 gute und spannende Hörspiele und Geschichten ausgewählt. Im Buch "Hörspaß", sind alle Begleitmaterialien und didaktischen Hinweise für die Clubbetreuer sowie Spielanregungen für die Kinder enthalten. Dem Buch liegen zwei CDs mit interessanten Klängen und Geräuschen bei. Diese beiden CDs sind für eine Schutzgebühr von € 15 zzgl. Porto über die Hörclubadresse zu beziehen. Schulen, die in Kooperation mit der Stiftung Zuhören einen Hörclub einrichten, können dieses Paket zum ermäßigten Preis erwerben. In diesem Materialpaket sind enthalten: 40 Hörspiele als CDs bzw. MCs, das Buch "Hörspaß" mit zwei CDs, das Buch "Hör-Gänge", Hörclubausweise, 1 Hörclubplakat und Informationen für Eltern. Informationen hierzu erhalten Schulen per Mail unter hoerclubs@hr-online.de.
    Weitere Informationen zum Thema kreative Leseförderung anhand von Hörspielen etc. finden sich auch auf der Seite www.ohrliestmit.de.
  • Kinder auf den Lesethron:
    Gemeinsam mit dem Literaturhaus organisierte die Schule Winterhuder Weg bereits 2x die Veranstaltung "Kinder auf den Literaturthron". Grundschulklassen präsentierten eigene, toll illustrierte Texte - natürlich im Literaturhaus!
  • Kooperationen mit benachbarten Buchhandlungen:
    Hier gibt es die verschiedensten Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Mitarbeiter der Buchhandlung kommen in die Schule und lesen aus beliebten Büchern vor oder Klassen besuchen die Buchhandlung und führen dort Rallyes rund ums Buch und die Buchhandlung durch. Eine besondere Art der Zusammenarbeit mit einer Buchhandlung hat die Schule am See entwickelt: Im Rahmen einer Lesewoche erhielten Schüler der Jahrgänge 7 und 8 die Gelegenheit zu einem Buch ihrer Wahl einen Stellplatz im Schaufenster der Buchhandlung zu gestalten. Die Buchhandlung stellte im Vorfeld für die Buchauswahl Leseexemplare zur Verfügung.
  • Kulturhäppchen:
    Am Gymnasium Meiendorf gibt es einmal im Monat die sogenannten „Kulturhäppchen“. Am letzten Freitag im Monat präsentieren Schüler in der 1. und 2. Pause ihr kreatives Können im musischen, künstlerischen oder literarischen Bereich. Diese Veranstaltungen werden von vielen Schülern besucht.
  • Lesecoaching bei Leseschwächen:
    Am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium werden Schüler auf einen etwaigen Förderbedarf getestet. Schüler, die Probleme haben, erhalten ein additives Lesecoaching nach dem Prinzip des Laut-Leise-Trainings: Bei diesem lesen der Förderschüler und ein erfahrener Leser aus der Oberstufe eine selbstgewählte Lektüre und verbessern durch das gemeinsame, laute Lesen ihre Leseflüssigkeit und ihr Leseverständnis. Anschließend wird über den Text ein Gespräch geführt. Dieses Lesecoaching erfolgt zunächst drei Monate lang eine halbe Stunde pro Woche und kann auch klassenintern problemlos angewendet werden.
  • Lesehunde:
    Der Lesehund ist ein bewegliches Möbel, beladen mit Büchern, Sitzkissen und je nach Gattung mit Medienarbeitsplatz, Materialkisten oder anderem erdenklichen Lesezubehör ausgestattet. Der Lesehund läuft auf Rollen und folgt einem zum gewünschten Leseort. Davon gibt es viele an Schulen, nicht nur die übliche Kinderbibliothek: die Sporthalle, das Kunstatelier, der Werkraum, die Küche, das Forscherlabor, der Musikraum und viele andere Orte an einer Schule können Leseorte sein. Lesehunde fühlen sich überall wohl und schaffen Lust zum Lesen. Weitere Informationen zu den Lesehunden finden Sie unter: www.lesehunde.de.
  • Lesekompetenztraining:
    Auch Lesen hat viel mit der richtigen Technik zu tun - und macht oft je mehr Spaß desto besser man es kann. Am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium gibt es ein 27-stündiges Lesekompetenztraining (je 9 Stunden in der 5., 6. und 7. Klasse), in dem die Schüler Methoden lernen, die ihnen beim Lesen und Verstehen helfen: Dazu gehören das Markieren von Texten, das Nachschlagen von Fachbegriffen, das Nutzen des Layouts des Textes und vieles mehr. Das gesamte Kollegium wird auf einer Ganztagsfortbildung in verschiedenen Methoden weitergebildet, sodass sie möglichst flächendeckend umgesetzt werden können.
  • Lesenachmittage für benachbarte Kindertagesstätten und Kindergärten:
    Vorlesen kann noch mehr Spaß machen, wenn die Kinder ein Publikum haben, dem sie ihre neuerworbenen Fähigkeiten vorstellen können - und zwar keine gestrengen Erwachsenen, sondern noch kleinere Kinder, die selbst nicht lesen können. Wie wäre es damit, einmal die Kinder aus der Umgebung zu einer Lesung "von Kindern für Kinder" einzuladen?
  • Lesenacht:
    In verschiedenen Hamburger Schulen, aber auch an Orten wie Museen oder Bücherhallen, werden immer wieder Lesenächte angeboten, an denen die Kinder zusammen an einem Ort übernachten und Geschichten vorgelesen bekommen. Die Nächte können ein Thema haben (Harry Potter, Gruselnacht o.ä.), die Kinder können aber auch eigene Geschichten mitbringen.
  • Leseecke:
    Schüler ziehen sich gern zurück, und gerade beim Lesen freut sich jeder, ob groß oder klein, über etwas Ruhe. In manchen Klassenräumen, Bibliotheken, separaten Räumen oder auch einmal der Pausenhalle gibt es darum gemütlich abgetrennte Leseecken, in denen Schüler in Ruhe schmökern können.
  • Lesepass / Leseausweis:
    Mit Anreizen schafft man Nachfrage. Viele Schulen haben darum, neben den organisatorischen Gründen, Lesepässe, auf denen die Schüler sich die Nutzung der Bibliothek eintragen lassen können. In der Adolph-Diesterweg-Grundschule wird eine intensive Nutzung der Schülerbücherei im Zeugnis bescheinigt. Kleineren Kindern kann man die Karten mit lustigen Stempeln verschönern
  • Lesetag / Literaturwoche:
    Warum nicht einmal einen ganzen Tag zum Thema Lesen veranstalten? Oder gleich eine ganze Projektwoche?
    Beim Lesetag der Sprachheilschule Baererstraße lesen die Großen den Kleinen vor - wobei "lesen" ein wenig untertrieben ist. Die Schüler der Sekundärstufe tragen den Grundschülern ein Bilderbuch ihrer Wahl vor - und das mit vielen kreativen Ideen. Kostüme, Szenenbilder oder sogar Musikinstrumente kommen zum Einsatz und machen den Lesetag für alle Beteiligten zu einem tollen Erlebnis.
    Auch die Schule Bahrenfelder Straße und die Schule an der Seebek organisieren jährlich eine Lesewoche, in der nicht nur überall, wie etwa in der Turnhalle oder im Musikraum gelesen wird, sondern möglichst auch von allen, die mit der Schule in Verbindung stehen. So sollen nicht nur Schüler, Lehrer und Eltern miteinbezogen werden, sondern z.B. auch der Schulpolizist oder die Reinemachfrau. Daneben mit runden Autorenlesungen, Buchpräsentationen und viele andere Aktionen rund ums Buch das Programm ab.
  • Lesetagebücher:
    Immer beliebter werden Lesetagebücher, die die Kinder führen. Darin können sie nicht nur aufschreiben, was sie gerade lesen, sondern auch kleine Texte, Rezensionen oder Assoziationen hinzufügen. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Auch Fotos, Zeichnungen und vieles mehr können in das Lesetagebuch geklebt werden. Die Tagebücher können untereinander ausgeliehen werden, und dienen als Erinnerungsstütze zu gelesenen Texte.
  • Lesepokal:
    Die Schule An der Glinder Au besitzt einen schuleigenen Lesepokal, der an besonders eifrig lesende Kinder verliehen wird, die ihn dann für eine Woche mit nach Hause nehmen dürfen.
  • Lesewettbewerb:
    Kinder lassen sich nicht nur gerne vorlesen - sie lesen selbst auch gern vor. Daher organisiert die Grundschule Potsdamer Straße bereits seit drei Jahren zusammen mit zwei Nachbarschulen den "Leselöwenwettbewerb". Aber auch innerhalb einer Schule gibt es jede Menge Vorleser mit Talent. Wer am meisten davon besitzt, zeigt sich dann beim schuleigenen Lesewettbewerb, wie er seit vielen Jahren z.B. in der Schule Bahrenfelder Starße erfolgreich organisiert wird.
  • Lesezeit:
    An der Schule Chemnitzstraße und der Schule Potsdamer Straße sind freie Lesezeiten fester Bestandteil des Unterrichts. Die Kinder wählen zwischen Sach- und Kinderbüchern aus und können allein oder mit einem Partner ganz in Ruhe schmökern.
  • Literarische Spaziergänge:
    "Lesen macht keinen Spaß, wir möchten lieber draußen spielen!" Kinder sind gern an der frischen Luft, und das tut ihnen gut. Aber wer sagt denn, dass man draußen nicht lesen kann? In Hamburg werden in verschiedenen Stadtteilen literarische Spaziergänge (und sogar Barkassenfahrten) angeboten, die man mit den Klassen besuchen kann.
    Aber natürlich darf man sich auch eigene luftige Leseaktionen überlegen: Die Kinder können sich zum Beispiel in der Tradition Kurt Schwitters auf einen dadaistischen Spaziergang begeben, bei dem sie die vielen Worte und Texte, die ihnen auf der Straße begegnen, notieren und zu einem Text zusammenfügen.
  • Literarische Spurensuche:
    Sollen die Kinder lernen, wie man recherchiert, zum Beispiel über das Leben Hamburger Autoren, bietet sich auch hier die Verbindung mit einem "literarischen Spaziergang" an. Diesmal werden die Kinder nicht professionell geführt, sondern erarbeiten selbst die Orte und Wege, die Hamburger Künstler bereits beschritten haben. Auch Romane eignen sich hierzu gut als Vorlage: Warum nicht einmal den Hafen nach den Originalschauplätzen von Siegfried Lenz' "Mann im Strom" absuchen? Auch Ralph Giordanos Roman "Die Bertinis" oder Uwe Timms "Entdeckung der Currywurst" spielen in Hamburg - so wie viele weitere spannende Romane! Unter dem Punkt "Literatur in Hamburg" finden sich auf dieser Website weitere Anregungen.
  • Literatur trifft Kunst:
    Wie dieses Motto vorbildlich umgesetzt werden kann, hat im vergangenen Jahr die Gesamtschule Allermöhe gezeigt. Die Schüler erhielten bei einem interdisziplinären Kunst- und Literaturprojekt einen kleinen Bildausschnitt, der auf vielfältige Weise interpretiert werden konnte und erhielten die Aufgabe, sich ihrer Phantasie frei zu bedienen und daraus nicht nur ein eigenes Bild selbst zu gestalten, sondern auch eine eigene Geschichte dazu zu erfinden und sich so literarisch zu betätigen. Die besten Bilder und schönsten Geschichten wurden 3 Monate später bei einer öffentlichen Lesung im Kulturzentrum KulturA vorgestellt. Dies bedeutete für viele Schüler natürlich einen zusätzlichen Motivationsschub!
  • Märchen und Geschichten aus fremden Ländern:
    Viele Hamburger Schulen werden von Schülern aus aller Herren Länder besucht - und mehr Nationalitäten bedeuten auch: Mehr Geschichten! Kinder freuen sich immer, neue Geschichten zu hören, und sie reisen gern gedanklich in fremde Welten. Ein Lesenachmittag mit orientalischen Märchen, afrikanischen Fabeln oder russischen Erzählungen macht bestimmt allen Kindern Spaß! Vielleicht haben sogar die Eltern Lust, Geschichten aus ihrem jeweiligen Herkunftsland zu erzählen? So werden den Kindern nicht nur Texte, sondern gleichzeitig auch andere Kulturen nähergebracht.
  • Motto-Lesetage:
    Wie wäre es an Halloween mit einem Grusel-Leseabend? Oder am Welttag des Buches im April mit Lesungen in allen Klassenzimmern? Ein übergeordnetes Motto hilft Kindern und Pädagogen, sich gezielt mit einem bestimmten Thema zu beschäftigen und dazu zum Beispiel klassenübergreifend oder auch interdisziplinär zu arbeiten.
  • Musikalische Projekte:
    An vielen Hamburger Schulen werden im Rahmen des Musikunterrichts musikalische Projekte zu Bilderbüchern durchgeführt. Oder warum nicht einfach einmal eine Geschichte zu einem unbekannten Musikstück erfinden?
  • Projektgruppe Schülerbücherei:
    In Schulen, die älteren Schülern offen stehen, ist es möglich, dass sich die Schüler selbst in Absprache um die Schülerbücherei kümmern. Die Schüler aus den höheren Klassen kümmern sich um die Ausleihe, lernen, wie man Bücher archiviert und inventarisiert - so etwa am Kurt-Körber-Gymnasium in Hamburg.
  • Spaßkurse:
    An der Schule Bahrenfelder Straße wird im Rahmen der sogenannten "Spaßkurse" einmal wöchentlich der Unterricht nach draußen verlegt. Besucht werden z.B. das benachbarte Veranstaltungszentrum Fabrik oder der Bauspielplatz Am Born. Genauso können aber auch das Kinderbuchhaus im Altonaer Museum oder andere büchernahe Orte besucht werden.
  • Schreibworkshops:
    An der Gesamtschule Am Heidberg gibt es jährlich einen freiwilligen Schreibworkshop mit Schülern der Klassen 3 bis 10. Die JungautorInnen tagen jeweils ein Wochenende lang im Lehrerzimmer. Zum Schreiben angeregt wird durch unterschiedliche Übungen - durch mitgebrachte Dinge, durch Bilder, Reizwörter oder Geräusche. Die entstandenen Texte werden der Gruppe vorgelesen und - wenn gewollt- ausgestellt.
  • Schreib- und Bücherwerkstätten:
    In der Grundschule Chemnitzstraße kommt regelmäßig eine Autorin zu Besuch, im Rahmen von Seiteneinsteiger fanden bereits Schreibwerkstätten mit Kristof Magnusson, Susanne Koppe, Franziska Biermann, Antje von Stemm und weiteren Künstlern statt. Unter professioneller Anleitung lernen die Schüler, welche Schritte nötig sind, um ein eigenes Buch herzustellen und fertigen eigene Texte an. Schüler einer 9. Klasse stellten so ihr eigenes Buch mit eindrucksvollen Erzählungen und Fotos her: "St. Georg hoch neun - Geschichten aus der Lindenstraße".
  • Schüler lesen für Schüler:
    Ältere Schüler des Gymnasiums Billstedt lesen regelmäßig, so z.B. am Weltkindertag, in den Grundschulen, die sie selbst besucht haben. Oberstufenkurse lesen und besprechen Bücher in der Orientierungsstufe.
  • Schülerzeitungen:
    Viele Schulen haben großartige, teils prämierte Schülerzeitungen. Mit der "BaMoPo" gibt es zum Beispiel an der Schule Bahrenfelder Straße eine aktive Schülerzeitungsredaktion, wo Schüler selbst texten und für andere Schüler schreiben können.
  • Schulinterne „Post“:
    An der Schule Wegenkamp gibt es seit kurzem die „Schulpost“. Jede Klasse hat ihren ganz eigenen Briefkasten. Es werden fleißig Briefe geschrieben, an Kinder der eigenen oder einer anderen Klasse. Die wöchentliche Leerung ist immer ein sehr spannender Moment!
  • Szenisches Interpretieren von Kinderbüchern:
    Natürlich können Kinder auch selbst kleine Stücke spielen, vielleicht schreiben sie im Unterricht selbst einen Text zu einer Aufführung um? Dann wird getextet, auswendig gelernt und aufgeführt - das ist viel Arbeit, aber am Ende sind alle begeistert und stolz, wie die Aufführung von "Gaston" an der Heinrich-Wolgast-Schule zeigte..
  • Teilnahme an Lese- und Schreibwettbewerben:
    Jedes Jahr gibt es verschiedene Lesewettbewerbe, wie zum Beispiel den Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (www.boersenverein.de) oder den Wettbewerb "Ohr liest mit" (www.ohrliestmit.de). Kinder, die ein klar definiertes Ziel haben, sind motivierter bei der Sache - und manchmal werden sogar Preise mit nach Hause gebracht!
    Schreibwettbewerbe gibt es ebenfalls in jedem Jahr. Und beim Europäischen Schreibwettbewerb lockt sogar eine Reise ins Ausland! Eine Übersicht findet sich auf dieser Website.
  • Theatervorstellung:
    Auch Theaterstücke basieren auf Texten, die aber durch ihre spielerische Umsetzung und die Dialoge für Kinder manchmal attraktiver und verständlicher wirken. Die Schüler können gemeinsam Stücke bearbeiten, alternative Enden erfinden oder gemeinsam ins Theater gehen. Hamburger Gruppen wie FlaX, Kirschkern & Compes, Schneewitte oder die Kinder des Hoheluftschiffes spielen Literarisches für Kinder.
  • Wahlpflichtunterricht Literaturarbeit:
    Die Grundschule Rönnkamp bietet für besonders lesewütige Schüler einen wöchentlichen Wahlpflichtunterricht Literaturarbeit an. Eine Mutter arbeitet 60 Minuten mit den Kindern. Außerdem gibt es einen 90minütigen Neigungskurs Literaturarbeit.
  • Zusammenarbeit mit der Öffentlichen Bibliothek im Stadtteil:
    Die Kinder besuchen die Bücherhalle und lernen diese nicht nur kennen, sondern basteln, lesen und lernen dort auch, es gibt ein Quiz, Lesenächte und vieles mehr. Bücherhallenmitarbeiter besuchen die Kinder zudem in der Schule, stellen Bücher vor und geben Tipps für die Klassenlektüre.
  • Zweisprachige Lesungen:
    An vielen Schulen gibt es einen bunten Mix an Nationen, Kulturen und Sprachen. Um dem gerecht zu werden, plant die Schule Bahrenfelder Straße für dieses Schuljahr deutsch-türkische Lesungen. Auch die Schule an der Seebek möchte die Eltern Ihrer Schüler für Lesungen in ihren jeweiligen Muttersprachen gewinnen und damit die Sprachenvielfalt für ihre Schüler zugänglich und erlebbar zu machen.

Hier finden Sie die bishergen Gewinnerschulen im Internet:



Gewinnerschulen 2010:
Gewinnerschulen 2009:
Gewinnerschulen 2008:
Gewinnerschulen 2007: